– gesellschaft

Rechts gewinnt, weil Links versagt. Schlammschlachten, Selbstzerfleischung und rechte Propaganda

Neues von der Basisdemokratie

von Erhard Crome – in: Das Blättchen – 21. Jahrgang | Nummer 15 | 16. Juli 2018

Die anarchistischen Graswurzel-Aktivisten der US-amerikanischen Crimethinc-Gruppe meinen in einem neuen Buch mit dem für Uneingeweihte nichtssagenden Titel: „From Democracy to Freedom“, Basisdemokratie bremse die radikalen Kräfte. Die Autoren beschreiben Protestbewegungen der vergangenen Jahre wie Occupy, die spanische M15-Bewegung, in Griechenland und anderswo. Direkte Demokratie werde oft als zentrale politische Praxis der radikalen Linken missverstanden, sei jedoch aus anarchistischer Sicht nicht an sich emanzipatorisch, sondern tendiere dazu, die Fehler der repräsentativen Demokratie zu wiederholen. So heißt es aus Barcelona, sobald die Zahl der Teilnehmer von Hunderten auf Tausende anstieg, schossen Kommissionen und Unterkommissionen wie Pilze aus dem Boden, es wurde gestritten, ob während einer Demonstration Graffiti gesprüht werden dürften oder ob dies gegen das vereinbarte Gewaltverbot verstoße, und am Ende hätten die „bürgerlich-liberalen Aktivisten“ die Generalversammlungen instrumentalisiert, um radikale Positionen zu blockieren.

Einerseits kehrt hier ein altes theoretisches Problem zurück. Bereits Michail Bakunin, ein Stammvater des Anarchismus, hatte in Karl Marx einen „autoritären Staatsfetischisten“ gesehen, schrieb kürzlich Steffen Wasko im Magazin Berliner Debatte Initial, Heft 2/2018, und forderte die basisdemokratische Selbstorganisation des Proletariats und die Negation des Staates. Andererseits ist neu, dass die Crimethinc-Leute nun auch die basisdemokratische Selbstorganisation als bürgerliche Form inkriminieren.
Als in Europa die Gemäuer des Realsozialismus zu Staub zerfielen, als die Sozialdemokratie aufhörte, „Dritte Wege“ gehen zu wollen, und sich dem neoliberalen „Konsens von Washington“ unterordnete, da erreichten die Verhältnisse im Süden Amerikas ein neues Maß der Unerträglichkeit. Die Militärdiktaturen waren gestürzt und die linken politischen und sozialen Bewegungen nahmen einen Aufschwung. So entstand die Idee des Weltsozialforums, um unter den veränderten Bedingungen in der Welt des 21. Jahrhunderts die internationale Solidarität neu zu begründen und ein Kontrastprogramm zum Weltwirtschaftsforum von Davos zu schaffen – als Forum von „unten“ gegen das von „oben“, als das des „Südens“ gegen den „Norden“. Die vielen verschiedenen Gruppen und Organisationen, die zuvor kaum Verbindung zueinander hatten, fanden einen gemeinsamen Raum zum Dialog.

Zur Geschichte gehören der Aufstand der Zapatistas in Chiapas (Mexiko) seit Mitte der 1990er Jahre, die Proteste gegen die Welthandelsorganisation (WTO) in Seattle (USA) 1999 und gegen den G8-Gipfel in Genua 2001. Das Weltsozialforum, seit 2001 zunächst in Porto Alegre (Brasilien), war dann der Versuch, den vielen Betroffenen Stimme zu geben und sie zusammenzuführen: Gewerkschafter, Frauenorganisationen, Umweltschützer, Menschenrechtsgruppen, Schwule und Lesben, Verbraucherorganisationen, Bauernverbände, Entwicklungshelfer, kirchliche Gruppen, Arbeitsloseninitiativen und viele andere mehr – sie alle sahen in der WTO eine undemokratische Institution, die sich gesellschaftlicher Kontrolle entzieht, nationale Schutzstandards unterminiert und die Interessen der transnationalen Großkonzerne verfolgt. Auch die jährlich stattfindenden G7-, dann G8-Gipfel (unter Einbeziehung Russlands) wurden bald als selbst ernanntes und nicht legitimiertes Direktorium verstanden, das der Welt seine neoliberalen Globalisierungsrezepte zu oktroyieren bestrebt ist. Proteste gegen diese Treffen verstanden sich als Ausdruck des Willens der Zivilgesellschaft, dass gute Arbeit und Gerechtigkeit höher stehen müssen als der Gewinn der Reichen und Mächtigen.

Die Weltsozialforen beruhten auf der Idee des „offenen Raumes“, den jeder betreten kann, der bestimmte Grundpositionen der Globalisierungskritik und Gerechtigkeit sowie der Verteidigung des Friedens teilt. Das machte eine zuvor ungekannte Breite der Sozialforumsbewegung möglich. Dazu gehörte auch die Regel, dass in diesem Raum keine Beschlüsse gefasst werden sollen. Dagegen wurde bald eingewandt, dass diese Konstruktion gezielte Handlungsoptionen verhindere. In Lateinamerika ging es konkret um die Unterstützung der linken Präsidenten und Regierungen, wozu Hugo Chávez in Venezuela, Evo Morales in Bolivien, Lula in Brasilien und andere rechneten. Streit darüber sollte praktisch vermieden werden: Beschlüsse „des Forums“ wurden nicht gefasst, wohl aber von der „Versammlung der sozialen Bewegungen“ neben dem Forum – immer im Konsens; in Zweifelsfalle wurde so lange diskutiert und am Text der Erklärungen gefeilt, bis niemand mehr widersprach.

Das Argument, die Sozialforen würden nur Gelegenheit zum Reden geben, während gehandelt werden müsse, gab es bereits Anfang der 2000er Jahre. Das Neue, das zunächst in der Breite der Bewegung und der Vielfalt der Debatten lag, der offene, nicht regulierte Zugang zum Raum der Foren, hatte bald eine Überrepräsentanz zur Folge, einerseits von trotzkistischen und ähnlichen „aktivistischen“ Gruppen, die unrealistische Forderungen stellen und sich selbst unverblümt als Avantgarde empfehlen – ihnen ist die breite Bewegung eigentlich egal, sie wollen nur an der Spitze, welcher auch immer, stehen. Andererseits wurden viele unpolitische Nichtregierungsorganisationen und -gruppen angezogen, die bestimmte konkrete Projekte verfolgen, in Bezug auf Macht und ökonomische Interessen aber naiv sind und Beschlüsse zu verhindern bestrebt sind. Letztlich ist die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten innerhalb basisdemokratischer Foren und anderer Organisationsformen grundsätzlich unbeantwortet, kann stets nur konkret unter Bezug auf konkrete Aktionen oder Maßnahmen gelöst werden.

Politisch bedeutet dies, dass Crimethinc hinter die Weisheit der Sozialforen zurück will. Das mündet aber wieder in die alte Logik des ideologischen Streits, des Sektenwesens und der avantgardistischen Selbstermächtigung, die die Linken seit Marx‘ und Bakunins Zeiten stets auszeichnete: Da „die Massen“ verstockt und reaktionär seien, müsse die Avantgarde an deren Stelle und für sie handeln. Es war dies eigentlich eine Position, von der sich die Linken in der auslaufenden DDR bereits 1989 verabschiedet hatten: Eine Avantgarde kann nicht für „die Klasse“ der Arbeitenden, wer immer das ist, handeln, sondern das müssen diese selbst tun. Anders gesagt: Politische Avantgarden (im Unterschied zu künstlerischen) gibt es nicht. Sie sind stets Ausdruck in Kleingruppen halluzinierter Selbstermächtigungen.

Das führt zu einem Grundproblem der derzeitigen Linken. Robert J. De Lapuente hat kürzlich ein Buch veröffentlicht, das den Titel trägt: „Rechts gewinnt, weil Links versagt. Schlammschlachten, Selbstzerfleischung und rechte Propaganda“. Er betont, das Problem sei nicht die Linkspartei, sondern seien jene Linken, die immer wieder in ihrem Umfeld auftauchen und alles besser zu wissen vermeinen. „Wenn man in Deutschland an Linke denkt, kommen einem Krawalle wie in Hamburg 2017 oder in Frankfurt 2015 in den Sinn, freudlose Debatten, Humorlosigkeit, dazu Rechthaberei und eine Rabulistik, die im Leben normaler Bürger nun wirklich kaum Platz findet. Diese linke Avantgarde ist der Garant dafür, dass linke Politik keine Alternative zum Neofeudalismus und zum aktuellen Rechtsruck wird.“
Das aber ist kein deutsches Problem. Der Journalist Ferdinand Otto beschrieb es im Dezember 2016 in Österreich und fand Analogien zu Großbritannien, im Abstieg der Linken (im weitesten Sinne) auch dort: „Zusammengefasst lief das etwa so ab: Während die Reallöhne stagnierten, ein neuer Niedriglohnsektor entstand und Arbeiter auf einmal in den globalen Konkurrenzdruck gerieten, stritt sich die Avantgarde darum, ob das jetzt StudentInnen heißt oder Studierende, warum man lieber ProfessX sagen solle, und kämpfte für eine dritte Toilettentüre neben Männern und Frauen. Der Kampf für die Minderheiten und deren Rechte hatte begonnen. Der Kampf für die Mehrheit, die Arbeiter und Angestellten, schien uninteressant geworden. Das linke Ringen um eine politisch korrekte Sprache ist in mancherlei Hinsicht ein gutes Beispiel für die Entfremdung mit der Arbeiterklasse. Denn für den urbanen Weltbürger wurde es schwer vorstellbar, dass Menschen in Sprache Heimat finden – und daher jedes Rütteln daran als direkten Angriff auf ihre Lebensweise. So vertiefte sich die wechselseitige Verachtung und Polarisierung. Die Flüchtlingskrise hat die Entfremdung erneut verstärkt. Die linke Avantgarde hat einen neuen entrechteten Schützling.“
Tatsächlich aber hält sich dieser Schutz in engen Grenzen, muss die real-existierende Linke heute kraftlos der Verschärfung des „Schutzes der Außengrenze“ der EU zuschauen. Es ertrinken wieder mehr Flüchtlinge. Währenddessen besteht die linke Sprachpolizei auf „Geflüchteten“ statt „Flüchtlinge“.

Zur Strategie einer kommunistischen Alternative / Rudolf Bahro

Auszug aus Rudolf Bahro: Die Alternative – zur Kritik des real existierenden Sozialismus –  III. Teii, S. 299-

Zur Strategie einer kommunistischen Alternative

Bedingungen und Perspektiven der allgemeinen Emanzipation heute

Autor [Rudolf Bahro / DDR 1979]

Dieser letzte Teil (des Buches – H.G.) stellt zwangsläufig die schwierigste Aufgabe dar und wird den ungesichertsten und lückenhaftesten Text liefern. Programmatisches ist zwar nicht unbedingt aus Erkenntnisgründen, aber aus soziologischen eine Sache kollektiver, öffentlicher Praxis, wie sie uns in den Ländern des real existierenden Sozialismus – einstweilen noch – notorisch verwehrt ist. Nichtsdestoweniger muss es gewagt werden, und ich will mich mit Bestimtheit äußern, auch auf das Risiko des Utopismus im Einzelnen hin.

Die Marxisten haben eine Abwehrhaltung gegen Utopie. Es war so mügsam, sich davon loszumachen, seinerzeit. Aber Utopie gewinnt jetzt ebe neue Notwendigkeit. Denn jene historische Spontaneität, die Marx auf den Begriff des naturgeschichtlichen Prozesses  brachte und die  unsere Marxisten-Leninisten unter dem Namen der objektiven ökonomischen Gesetze feiern, muss heute überwunden werden. Es muß genau das geschehen, was die Begründer des Marxismus erwarteten: dass die kommunistische Bewegung “alle naturwüchsigen Voraussetzungen zum ersten Mal

Ohne autoritäre Unterordnung der Massen funktioniert Kapitalismus nicht / Andreas Peglau


Ohne autoritäre Unterordnung der Massen unter die Interessen politischer und wirtschaftlicher Eliten, damit auch ohne massenhafte Produktion autoritärer Charakterstrukturen, kann Kapitalismus nicht funktionieren. Kein unterdrückendes Gesellschaftssystem ohne Menschen, die bereit sind, zu unterdrücken und sich unterdrücken zu lassen!

[Andreas Peglau]

Der „autoritäre Charakter“ ist wieder modern.

Vor über 100 Jahren begannen einzelne Psychoanalytiker, sich für die Ursachen von Macht und Unterwerfung zu interessieren. Sie erforschten Entstehungsbedingungen und Auswirkungen dessen, was später „autoritärer Charakter“ genannt werden sollte. Wenn heute in der Sozialwissenschaft nach den Ursachen des europäischen „Rechtsrucks“ gefragt wird, spielt dieses Konzept kaum noch eine Rolle. Dies jedoch keinesfalls, weil es „veraltet“ wäre. Kapitalismus, Entdemokratisierung und Kriegstreiberei sind nach wie vor undenkbar ohne die Massen von Menschen, die nach oben buckeln und nach unten treten wollen.Nur die Methoden, wie dies herbeisozialisiert wird, haben sich zu Teilen verändert.

Bereits 1913 schrieb Otto Gross (1877–1920), sämtliche bisherigen Revolutionen seien „zusammengebrochen, weil der Revolutionär von gestern die Autorität in sich selbst trug.“ Der „Herd aller Autorität“ läge in der Familie, wo Sexualunterdrückung und „Vaterrecht“ jede Individualität in Ketten schlage(2). Damit und mit weiteren Passagen seiner Artikel war Gross der erste Psychoanalytiker, der tiefgründige Erkenntnisse über das Problem des familiären wie gesellschaftlichen Autoritarismus-Phänomens publizierte.

Ab 1929 erfasste dann der Psychoanalytiker Erich Fromm (1900–1980) in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Institut für Sozialforschung autoritäre Einstellungen durch einen Fragebogen: „[D]ie erste sozialpsychologische Feldforschung überhaupt, die mit der psychoanalytischen Einsicht Ernst machte, daß die in Parteibekenntnissen und Parteizugehörigkeit geäußerte politische Überzeugung von den unbewussten Motiven verschieden sein könnte.“(3)

Mittels dieser auch für weitere Forschungen des Frankfurter Institutes wegweisenden Untersuchung ließ sich „bereits vor der Machtergreifung Hitlers sagen, dass gerade die in Parteien und Gewerkschaften erzogenen Arbeiter trotz ihrer revolutionären Bekenntnisse nicht jenen Widerstand gegen ein autoritäres und diktatorisches Regime verkörperten, den man ihnen gern zuschrieb und von dem die Arbeiter selbst überzeugt waren.“(4) Diese Untersuchung wurde erst 1980 veröffentlicht(5). Vielleicht liegt es auch daran, dass sie selten als das gewürdigt wird, was sie ist: der Anfangspunkt systematischer empirischer Autoritarismusforschung. Diese wiederum gilt heute als frühester Bestandteil dessen, was oft mit dem Begriff Rechtsextremismusforschung bezeichnet wird.

1930 schilderte Fromms Kollege Wilhelm Reich (1897–1957) in seinem Buch Geschlechtsreife, Enthaltsamkeit, Ehemoral den kleinbürgerlichen „patriarchalischen Vater“ folgendermaßen:

„Er ist sozusagen der Exponent und Vertreter der staatlichen Autorität in der Familie. Er ist wegen des Widerspruchs zwischen seiner Stellung im Produktionsprozess (Diener) und seiner Familienfunktion (Herr) folgerichtig und typisch eine Feldwebelnatur; er duckt sich nach oben, saugt die herrschenden Anschauungen restlos auf (…) und er herrscht nach unten; er gibt die obrigkeitlichen und gesellschaftlichen Anschauungen weiter und setzt sie durch.“(6)

Nach oben buckeln, nach unten treten – was er da beschrieb, sollte später zum Kern des Autoritarismus-Konzeptes gehören: autoritäre Aggression und autoritäre Unterwerfung.
Nachdem Reich 1930 von Wien nach Berlin übergesiedelt war, begann er mit Forschungen zu den Wurzeln „rechter“ Bewegungen. Seine 1933 erschienene Massenpsychologie des Faschismus war die erste Veröffentlichung über die psychosozialen Grundlagen des nun zur Macht gelangten Nationalsozialismus – und damit die erste Veröffentlichung der Rechtsextremismusforschung.

Reichs Auffassung des Faschistischen als autoritär, nationalistisch, rassistisch – insbesondere antisemitisch –, militant und (Männer-)Gewalt verherrlichend, deckt sich weitgehend mit wesentlichen Aspekten gegenwärtig als gültig erachteter Definitionen von „rechtsextrem“.

Schon daher wäre es naheliegend, seine Erkenntnisse auch zum Verständnis aktueller „rechter“ Phänomene zu nutzen – was jedoch offensichtlich nicht geschieht. Nicht nur fehlen in der heutigen Rechtsextremismusforschung für Reich so zentrale Punkte wie die Mitverursachung von „Rechts“-Tendenzen durch Religion und Sexualunterdrückung oder die Wechselwirkung zwischen Führern und Geführten; schon bloße Verweise auf Reich sind die Ausnahme.

Lustvolle Unterwerfung

Den für die Sozialforschung einst so bedeutenden Begriff „autoritärer Charakter“ hat allerdings nicht Reich kreiert, sondern Fromm. 1935 bescheinigte erstmals Erich Fromm einem Menschen, er habe eine „bürgerlich-autoritäre Charakterstruktur“. Dieser Mensch war bemerkenswerterweise Sigmund Freud(7).1936, im Sozialpsychologischen Teil der Studien über Autorität und Charakter verwendete Fromm den Begriff „autoritärer Charakter“ dann auch allgemeiner und beschrieb ihn als janusköpfig. Zum einen dränge dieser Charakter darauf, sich „unter Preisgabe der Individualität“ den Mächtigen freiwillig, gar lustvoll zu unterwerfen. Gleichzeitig wolle der charakterlich Autoritäre Schwächere „uneingeschränkt“ beherrschen oder sogar quälen, schrieb Fromm(8).

Doch der Begriff „autoritärer Charakter“ spielt in der Rechtsextremismusforschung heute keine große Rolle mehr. Liegt das vielleicht auch daran, dass sich diese Persönlichkeitsstruktur auf dem Rückzug befindet?

Die Leipziger „Mitte“-Studien

Oliver Decker führt gemeinsam mit anderen Forschern Studien zum Rechtsextremismus durch, die sich durch ihre Langfristigkeit und ihren sozialkritischen Ansatz auszeichnen:

„Rechte“ Einstellungen werden nicht einfach dem „Rand“ der Gesellschaft untergeschoben, sondern als aus deren „Mitte“ kommend identifiziert.

Seit 2002 macht diese Leipziger Arbeitsgruppe auf die hohe Zahl von Deutschen aufmerksam, die über ein „geschlossenes rechtes Weltbild“ verfügen. 2016 waren es 5,4 Prozent der Befragten(9), die für mindestens 3,84 Millionen BRD-Bürgerinnen und -Bürger stehen. In den „Mitte“-Studien werden nicht nur regelmäßig autoritäre Orientierungen erfasst und „Autoritarismus“ thematisiert, sondern auch Überlegungen zu den Charakterstrukturen angestellt, die dem zugrunde liegen.

Die „Mitte“-Studien sind also in mehrfacher Hinsicht ausgesprochen beachtenswert. Umso schwerer wiegt, dass Oliver Decker 2012 ein Kapitel des Buches Die Mitte in der Krise mit der These vom „Veralten des Autoritären Charakters“ überschrieb(10). Mehrere von ihm für diese These verwendete Begründungen scheinen mir wichtig genug, um sie zu widerlegen. Denn in Wirklichkeit deutet viel darauf hin, dass die autoritären Persönlichkeitsstrukturen im Wesentlichen noch immer dem entsprechen, was schon von Gross, Reich und Fromm beschrieben wurde. Dies nicht anzuerkennen, hielte ich gerade in unserer gegenwärtigen, erneut von „Rechts“-Entwicklungen gekennzeichneten Situation für ein unverzeihliches Versäumnis.

Peers statt Autoritätspersonen?

Oliver Decker schreibt, die „wesentlichen Sozialisationsschritte“ vollzögen sich „nunmehr in Schule, Freundeskreis und Medien“, nicht mehr „eine Autorität, sondern die Gruppe aus Gleichaltrigen und -gesinnten – in der Soziologie Peers genannt – repräsentiert über alle Lebensphasen [!] hinweg die Instanz, die Abweichung definiert und sanktioniert“(11). Doch damit negiert er sämtliche entwicklungspsychologische Erkenntnisse über den Einfluss der frühen Lebensbedingungen, die spätestens bei der Geburt einsetzen und nach wie vor in allererster Linie familiäre Bedingungen sind. Was für eine „Gruppe aus Gleichaltrigen und -gesinnten“ sollte das denn auch sein, mit der sich Säuglinge gegenseitig normieren? Aber auch in Krippen, Kitas und Schulen sind es Erwachsene, die Abläufe vorgeben und entscheidende Wertungen treffen. Später, in der alles andere als basisdemokratisch organisierten Wirtschaft, definieren maßgeblich Chefs Abweichungen und verhängen Sanktionen. Und in der politischen Sphäre begrenzen Hierarchien die Einflüsse von „Peers“ ebenfalls akkurat.

In den meisten Lebensbereichen spielt also auch hier und heute von Autoritätspersonen eingeforderte Anpassung oder Unterwerfung eine wesentliche Rolle.

Entpersonalisierte Führung?

2016 gab die Leipziger Arbeitsgruppe der Publikation ihrer aktuellen Untersuchungsergebnisse den Titel Die enthemmte Mitte. Das erläutern sie damit, dass die „jüngsten Veränderungen im Parteienspektrum“, also vor allem die Wahlerfolge der AfD, „weniger einen neuerlichen Anstieg fremdenfeindlicher und autoritärer Einstellungen“ anzeigten, sondern dass „das seit Jahren vorhandene, von den ‚Mitte‘-Studien dokumentierte Potenzial jetzt eine politisch-ideologische Heimat“ gefunden habe (12), dadurch „enthemmt“ worden sei. Das ist einmal mehr ein brisanter Befund: Was sich da nun erstmals so deutlich an die Öffentlichkeit wagt, war im Prinzip deutschlandweit, nicht etwa nur in Sachsen, längst vorhanden – und es konnte unter anderem anhand der „Mitte“-Studien auch längst zur Kenntnis genommen werden.

Schon im Untertitel der Studie betonen die Autorinnen und Autoren diesmal die Bedeutung „autoritärer Einstellungen“ für diese Entwicklung. Dazu führen sie ganz zurecht aus, dass der „autoritäre Charakter (…) von klein auf das Prinzip von Gewalt und Herrschaft als eine die gesamte Gesellschaft strukturierende Logik erfahren musste“(13). Wenn es anschließend heißt, die Autorität, der man sich dabei unterwerfe, sei „zurzeit keine Person, kein Führer“(14), endet jedoch erneut mein (Ein)Verständnis.

Nicht nur weil beispielsweise Angela Merkel in den Augen vieler ihrer Anhänger durchaus eine solche Autorität besitzen dürfte – vielleicht eher die einer gluckenhaften Mutter als die eines strengen Vaters. Sondern auch, weil es gerade „von klein auf“ Personen sind, die einem sagen, wo es langgeht.

In den ersten Lebensjahren werden diese Personen als „Über-Ich“ verinnerlicht – und zwar dauerhaft. Auch falls also hierzulande eine größere Zahl Erwachsener keine Autoritätsperson benennen können, der sie bewusst folgen: Das antrainierte Selbstbild, abhängig und hilflos zu sein und der daraus entstandene Kinderglaube, Führungsfiguren zu benötigen, bleiben zumindest unbewusst erhalten – auch dann, wenn dieses Selbstbild zwischenzeitlich hinter Selbstüberschätzung verborgen werden konnte.

„Sekundärer“ Autoritarismus?

Gerade wenn dieser Kinderglaube unbewusst geworden ist, lässt er sich leicht „verschieben“ und auf andere Objekte projizieren. Das ist meiner Ansicht nach auch die tatsächliche Grundlage dessen, was Decker at al. im Weiteren vorbringen:

Der „primäre Autoritarismus“ mit seinen personifizierten Unterordnungswünschen sei heutzutage ersetzt worden durch „sekundäre[n] Autoritarismus, in dem sich der Wunsch nach Identifikation mit Macht und Größe in Deutschland durch die nationale Wirtschaft erfüllt“(15).

Dieser sicherlich zusätzlich vorhandene „sekundäre Autoritarismus“ kann aber nur auf Basis jener lebensgeschichtlich weit früheren, auf Personen bezogenen Abhängigkeit funktionieren.

Kinder interessieren sich nicht im Geringsten für Macht und Größe Deutschlands oder dessen Wirtschaft. Und Menschen, die in der Kindheit keine autoritäre Prägung erlitten hätten, wären durch derartige Pseudowerte auch als Erwachsene nicht mehr zu beeindrucken.

Sicherlich ist die Bedeutung des „sekundären“ Autoritarismus in den letzten Jahrzehnten in Mitteleuropa gewachsen, in Westdeutschland nach 1945 auch durch das, was Cornelia Koppetsch so beschreibt: „Die (…) Eliten in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur übten sich in der Kunst der Unsichtbarkeit und kultivierten den Habitus mittelständischer Bescheidenheit. Machtpositionen und Privilegien zu betonen oder auch nur sichtbar zu machen war tabu.“(16)

Aber die Machtpositionen blieben erhalten. Hinter allen Ideen, Theorien und Medien, an denen der „sekundäre Autoritarismus“ sich festmacht, stecken noch immer konkrete Personen, die wollen, dass sich ihre Auffassungen und Interessen durchsetzen. Es geht also auch hier letztlich immer um eine Unterordnung unter Führerinnen und Führer, selbst wenn die einzelnen, autoritär Erzogenen das nicht wahrnehmen oder nicht wahrhaben wollen.

Sublimere Techniken?

Für unsere frühe, für die Charakterbildung nach wie vor entscheidende Lebensphase gilt auch nicht die pauschale Aussage von Decker at al., Unterwerfung werde heute durch „sublimere Techniken“ als „körperliche Züchtigungen“ erzwungen(17). Welches Ausmaß an auch körperlicher Unterdrückung hinter kleinfamiliären Mauern weiterhin stattfindet, ließ sich jüngst dem Buch Deutschland misshandelt seine Kinder(18)entnehmen. Laut Kinderschutzbund Deutschland sterben jede Woche in der BRD drei Kinder durch Misshandlung oder Vernachlässigung.

Schwere Vernachlässigung durchleben zehn Prozent der Kinder, leichtere Formen von Vernachlässigung 50 Prozent. Emotional misshandelt werden 17, körperlich 15 Prozent – ebenso viele erleiden sexuellen Missbrauch, zwei Prozent von ihnen in schwerer Form. Die diesbezüglichen Dunkelziffern dürften hoch sein(19). In aktuellen Befragungen gaben 40 Prozent der Eltern an, ihre Kinder zu schlagen.

Aber auch durch „sublimere Techniken“ kann „primärer Autoritarismus“ erzeugt werden. Entfremdende „Sekundärtugenden“, wie sie schon im wilhelminischen Deutschland angestrebt wurden, möchten die meisten weiterhin erzeugen: 88 Prozent der Eltern wollen ihren Kindern vor allem „Höflichkeit und gutes Benehmen“ beibringen, 70 Prozent „Disziplin“.

Dass selbst strikt autoritäre, ausdrücklich auf „Gehorsam“ ausgerichtete Erziehung hierzulande keinesfalls „out“ ist, belegen unter anderem die Publikationen des ehemaligen Leiters der Salem-Schule, Bernhard Bueb und ihre positive Aufnahme in der Bild-Zeitung und anderen Medien.

Dennoch ist auch aus meiner Sicht nicht daran zu zweifeln, dass schon aufgrund der seit 1968 in der BRD an Einfluss gewinnenden demokratischeren Erziehungsstile heute zumeist ein – im Vergleich zu Weimarer Republik und Kaiserreich – gelinderter „primärer Autoritarismus“ produziert wird.

Kanalisierter Hass

Gut folgen kann ich dagegen wieder dieser Aussage von Decker at al.:

„Je stärker sich die Gesellschaft mit Macht gegen die Interessen der Individuen durchsetzt, desto stärker wird die Ambivalenz der Individuen gegenüber der Gesellschaft sein. Die autoritäre Aggression speist sich aus der tief sitzenden Quelle der eigenen Anpassung unter Zwang. Wer sein eigenes Leben nicht leben konnte, hasst auch das der anderen.“(20)

Erwünschte Destruktivität

Die naheliegende Frage, warum sich unsere Gesellschaft in einer Weise „gegen die Interessen der Individuen durchsetzt“, dass dabei solche autoritär-lebensfeindlichen Charakterstrukturen herauskommen, bleibt allerdings in den Untersuchungen von Decker at al. ungeklärt. Auch hier bieten Reich und Fromm Antworten.

„[J]ede Gesellschaftsordnung erzeugt in den Massen ihrer Mitglieder diejenigen Strukturen, die sie für ihre Hauptziele braucht“(22) – das halte ich für eine der wichtigsten und weiter gültigen Erkenntnisse Reichs. In seinem Buch Charakteranalyse ergänzte er: „In der Klassengesellschaft ist es die jeweils herrschende Klasse, die mit Hilfe der Erziehung und der Familieninstitution ihre Position sichert, indem sie ihre Ideologien zu den herrschenden Ideologien aller Gesellschaftsmitglieder macht“(23). Fromm formulierte: „Die sozio-ökonomische Struktur einer Gesellschaft formt den Gesellschafts-Charakter ihrer Mitglieder dergestalt, dass sie tun wollen, was sie tun sollen.“(24)

Gesellschaftliche Entwicklungen basieren also immer auch auf den seelischen Strukturen der Individuen, aus denen diese Gesellschaft besteht. Massenhafte autoritäre Aggression hat – auch im Jahr 2018 in Deutschland – für herrschende Eliten mehrere Vorteile. Damit aufgeladene, in Missgunst entzweite, um höhere Ränge in Hackordnungen konkurrierende Individuen dürften sich schwerlich miteinander solidarisieren, um die Gesellschaft grundlegend zu ändern. Das Aggressions- und Zerstörungspotential in der Bevölkerung liefert zugleich Begründungen für einen „starken Staat“. Und es ist unverzichtbar für expansive Ziele:

Ohne verinnerlichten Autoritarismus dürfte es kaum jemand dauerhaft im Militär aushalten, ohne ausreichende Destruktionsbereitschaft kaum jemand erfolgreich „Deutschland am Hindukusch verteidigen“.

Im Sinne von Reich und Fromm wäre es freilich falsch, den Eliten die alleinige Schuld dafür zu geben: Nur die bewusste oder unbewusste Zustimmung und Mitwirkung massenhaft autoritär erzogener Individuen macht all das möglich.

Fazit und Epilog

Vom „Veralten“ des autoritären Charakters kann – leider – keine Rede sein.
Die heute in Deutschland verbreiteten autoritären Charakterstrukturen sind, wie erwähnt, sicherlich gemildert im Vergleich zu denen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das heißt auch: Sie sind nicht mehr im selben Ausmaß destruktiv. Doch die Milderung kann rückgängig gemacht werden durch belastende Lebensumstände. Dafür, dass dies bereits geschieht, spricht die zwischen 2014 und 2016 gewachsene „autoritäre Aggression“. Dass längst vorhandene „rechte“ Einstellungen nun so offen zur Schau gestellt werden, trägt zudem unweigerlich zu ihrer Festigung und weiteren Verbreitung bei.

Dass sich das Wesen des autoritären Charakters verändert hat, bezweifle ich, gestützt zumal durch meine alltäglichen Erfahrungen als psychoanalytischer Therapeut, ohnehin. Die Entstehung autoritärer Abhängigkeit beginnt nach wie vor in der Familie. Erst später setzt der zusätzliche, nie ausschließliche Einfluss von „Peer-Groups“ und Medien ein. Unterordnung unter „sekundäre Autoritäten“ ist aber weiterhin Unterordnung unter Personen.

Und sich unterordnen zu müssen, lässt immer angestaute Wut entstehen, erzeugt daher noch heute jene Persönlichkeitsstrukturen, deren Grundzüge schon Reich und Fromm beschrieben haben. Insbesondere die Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung Schwächerer bietet dieser Wut ein Ventil.

Autoritäre Persönlichkeitsanteile sind also hochgradig beteiligt an der Erzeugung jenes Potentials, das die entscheidende psychosoziale Basis darstellt für jegliche Art destruktiver Bewegungen – wie die „rechte“. Auch die BRD-Gesellschaft stellt die psychosozialen Bedingungen selbst her, an denen sie krankt.

Von der Politik sind hier keine an die Wurzeln gehenden Gegenmaßnahmen zu erwarten. Denn erstens werden psychosoziale Aspekte von Politikern meist schon routinemäßig ignoriert. Zweitens gibt es keinen Grund für die Annahme, dass ausgerechnet Spitzenpolitikerinnen und -politiker weniger autoritär gestört sind als die Durchschnittsbürger. Im Gegenteil: Wilhelm Reich folgend muss angenommen werden, dass das Volk an seiner Spitze mehrheitlich Menschen sehen will, die übliche psychische Strukturen und Störungen besonders klar repräsentieren.

Drittens – und das ist der entscheidende Punkt –, liegt eine Wurzel des gegenwärtigen Autoritarismus in unserer Gesellschaftsordnung selbst:

Ohne autoritäre Unterordnung der Massen unter die Interessen politischer und wirtschaftlicher Eliten, damit auch ohne massenhafte Produktion autoritärer Charakterstrukturen, kann Kapitalismus nicht funktionieren. Kein unterdrückendes Gesellschaftssystem ohne Menschen, die bereit sind, zu unterdrücken und sich unterdrücken zu lassen!

Dass diese – demokratiefeindliche – Charakterorientierung momentan wieder Konjunktur hat, liegt ebenfalls daran, dass die Politik, nicht zuletzt mit dem Alibi vermeintlicher Terrorbekämpfung, wieder verstärkt auf staatliche Kontrolle und Unterdrückung setzt. Letzteres klassifizierte der Soziologe Ralf Dahrendorf schon 2006 als Anfang eines neuen Autoritarismus“.

Die sich mit „rechts“-autoritären Charakterstrukturen befassenden Arbeiten von Wilhelm Reich und Erich Fromm – die eben auch nicht in anderen Forschungsansätzen „aufgehoben“ sind – haben deshalb für unsere Gegenwart immense Bedeutung. Ohne diese Erkenntnisse einzubeziehen, lassen sich der aktuelle deutsche „Rechtsruck“, aber auch die wahrscheinlich auf ähnlichen psychosozialen Gegebenheiten basierenden Entwicklungen in anderen europäischen Staaten und in den USA weder vollständig erklären noch kann angemessen darauf reagiert werden.

Quellen und Anmerkungen:

(1) Dieser Text ist eine stark gekürzte und leicht veränderte Fassung des Beitrags „Vom Nicht-Veralten des ‚autoritären Charakters‘. Wilhelm Reich, Erich Fromm und die Rechtsextremismusforschung“, der erschienen ist in Sozial.Geschichte Online/ Heft 22/ 2018
http://duepublico.uni-duisburg-essen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-45266/05_Peglau_Autoritarismus.pdf
Dort finden sich zahlreiche zusätzliche Informationen und Quellenangaben.
(2) Otto Gross, Von geschlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe, Hamburg 2000.
(3) Rainer Funk, Erich Fromm, Reinbek bei Hamburg 1998, S. 67.
(4) Ebd., S. 68.
(5) Erich Fromm, Arbeiter und Angestellte am Vorabend des Dritten Reiches. Eine sozialpsychologische Untersuchung, in ders., Gesamtausgabe, Bd. 3, München 1989, S. 1–224.
(6) Wilhelm Reich, Geschlechtsreife, Enthaltsamkeit, Ehemoral. Eine Kritik der bürgerlichen Sexualreform, Wien 1930, S. 62f.
(7) Erich Fromm, Die gesellschaftliche Bedingtheit der psychoanalytischen Therapie, in ders., Gesamtausgabe, Bd. 1, München 1989, S. 115–138, Zitat S. 136.
(8) Erich Fromm, Studien zu Autorität und Charakter. Sozialpsychologischer Teil, in ders., Gesamtausgabe, Bd. 1, München 1989, S. 139–187, hier S. 172.
(9) Oliver Decker/Johannes Kiess/Elmar Brähler (Hg.), Enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland, Gießen 2016, S. 48.
(10) Oliver Decker/Johannes Kiess/Marliese Weißmann/Elmar Brähler, Die Mitte in der Krise. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland, Springe 2012, S. 35.
(11) Ebd., S. 38, 40.
(12) Decker, Enthemmte Mitte (wie Anm. 8), S. 8.
(13) Ebd., S. 12
(14) Ebd., S. 13
(15) Ebd., S. 14.
(16) Cornelia Koppetsch, Die Wiederkehr der Konformität. Streifzüge durch die gefährdete Mitte, Bonn (2015) [2012], S.19.
(17) Decker, Enthemmte Mitte (wie Anm. 8), S. 13
(18) Saskia Guddat/Michael Tsokos, Deutschland misshandelt seine Kinder, München 2014.
(19) Joachim Bauer, Selbststeuerung. Die Wiederentdeckung des freien Willens, München 2015, S. 61.
(20) Decker, Enthemmte Mitte (wie Anm. 8), S. 13.
(21) Ebd., S. 56.
(22) Wilhelm Reich, Massenpsychologie des Faschismus. Zur Sexualökonomie der politischen Reaktion und zur proletarischen Sexualpolitik, Kopenhagen/Prag/Zürich 1933, S. 39.
(23) Wilhelm Reich, Charakteranalyse. Technik und Grundlagen für studierende und praktizierende Analytiker, o.O., o.J, S. 12.
(24) Erich Fromm, Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft, in ders., Gesamtausgabe, Bd. 2, München 1989, S. 269–414, hier S. 364.