– selbstverwirklichung

Oscar Wilde: Der Sozialismus und die Seele des Menschen

Aber das ist keine Lösung: das Uebel wird schlimmer dadurch. Das eigentliche Ziel ist der Versuch und Aufbau der Gesellschaft auf einer Grundlage, die die Armut unmöglich macht. Und die altruistischen Tugenden haben tatsächlich die Erreichung dieses Ziels verhindert. Gerade wie die schlimmsten Sklavenhalter die waren, die ihre Sklaven gut behandelten und so verhinderten, dass die Grässlichkeit der Einrichtung sich denen aufdrängte, die unter ihr litten, und von denen gewahrt wurde, die Zuschauer waren, so sind in den Zuständen unserer Gegenwart die Menschen die verderblichsten, die am meisten Gutes tun wollen; und wir haben es schliesslich erlebt, dass Männer, die das Problem wirklich studiert haben und das Leben kennen – gebildete Männer, die im Londoner Eastend leben – auftreten und die Gemeinschaft anflehen, ihre altruistischen Gefühle und ihr Mitleid, ihre [12] Wohltätigkeit und dergleichen einschränken zu wollen. Das tun sie mit der Begründung, dass solches Wohltun herabwürdigt und entsittlicht. Sie haben völlig recht. Mitleid schafft eine grosse Zahl Sünden.

Auch das muss noch gesagt werden. Es ist unsittlich, das Privateigentum dazu zu benutzen, die schrecklichen Uebel zu lindern, die die Institution des Privateigentums erzeugt hat. Es ist unsittlich und nicht loyal.

Im Sozialismus wird natürlich all das geändert sein. Es wird keine Menschen geben, die in stinkenden Höhlen und stinkenden Lumpen leben und kranke Kinder in unmöglicher und widerwärtiger Umgebung aufziehen. Die Sicherheit der Gesellschaft wird nicht wie heute von der Witterung abhängen. Wenn Kälte einsetzt, wird es nicht hunderttausend Arbeitslose geben, die in ekelhaftem Elend die Strassen ablaufen oder ihren Mitmenschen etwas vorweinen, bis sie ein Almosen kriegen, oder sich vor dem Tor eines abscheulichen Asyls für Obdachlose [13] drängen, um ein Stück Brot und ein unsauberes Nachtquartier zu ergattern. Jedes Mitglied der Gesellschaft wird an der allgemeinen Wohlfahrt und dem Gedeihen der Gesellschaft teilhaben, und wenn die Kälte kommt, wird darum in der Tat niemand im geringsten schlechter gestellt sein.

Andrerseits ist der Sozialismus lediglich darum von Wert, weil er zum Individualismus führt.

Der Sozialismus, Kommunismus, oder wie immer man den Zustand nennen will, gibt dadurch, dass er das Privateigentum in eine öffentlich-rechtliche Institution verwandelt und die Genossenschaft an die Stelle der Konkurrenz setzt, der Gesellschaft ihren eigentlichen Charakter, den eines durchweg gesunden Organismus, zurück und sichert jedem Glied der Gemeinschaft das materielle Wohlergehen. Er gibt in der Tat dem Leben seine rechte Grundlage und seine rechte Umgebung. Aber für die volle Entfaltung des Lebens zum höchsten Grad seiner Vollendung tut noch etwas mehr not. Was not tut, ist [14] der Individualismus. Wenn der Sozialismus autoritär ist: wenn es in ihm Regierungen gibt, die mit ökonomischer Gewalt bewaffnet sind, wie jetzt mit politischer: wenn wir mit einem Wort den Zustand der industriellen Tyrannis haben werden: dann wird die letzte Stufe des Menschen schlimmer sein als die erste. Jetzt sind infolge des Vorhandenseins von Privateigentum sehr viele Menschen imstande, einen gewissen, recht beschränkten Grad des Invidualismus zu erreichen. Entweder stehen sie nicht unter dem Zwange, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, oder sie sind imstande, ein Tätigkeitsfeld zu wählen, das ihnen wahrhaft entspricht und ihnen Freude macht. Das sind die Dichter, die Philosophen, die Forscher, die Geistmenschen – mit einem Wort, die wirklichen Menschen, die Menschen, die sich selbst verwirklicht haben und in denen die ganze Menschheit eine teilweise Verwirklichung findet. Andrerseits gibt es sehr viele Menschen, die nicht im Besitz von Privateigentum und immer in Gefahr sind, in Not und Hunger zu sinken; so [15] sind sie gezwungen die Arbeit von Lasttieren zu tun, Arbeit zu tun, die ihnen ganz und gar nicht entspricht, zu der sie aber durch die unerbittliche, unvernünftige, entwürdigende Tyrannei der Not gezwungen werden. Das sind die Armen, und bei ihnen gibt es keine Grazie, keine Anmut der Rede, keine Bildung oder Kultur oder Verfeinerung der Genüsse, keine Lebensfreude. Aus ihrer Gesamtkraft zieht die Menschheit viel materiellen Wohlstand. Aber nur dieses materielle Ergebnis ist der Gewinn, und der Arme an sich ist völlig wertlos. Er ist nur das winzigste Atom einer Kraft, die, soweit er in Betracht kommt, ihn vernichtet, der es sogar lieber ist, wenn er vernichtet ist, da er in diesem Fall williger ist.

 

 

Das eigentliche Ziel ist der Versuch und Aufbau der Gesellschaft auf einer Grundlage, die die Armut unmöglich macht.

Nur in freiwilligen Vereinigungen ist der Mensch schön.

 

der Sozialismus  (ist) lediglich darum von Wert, weil er zum Individualismus führt.

Nur in freiwilligen Vereinigungen ist der Mensch schön.

Die wahre Vollkommenheit des Menschen liegt nicht in dem, was er hat, sondern in dem, was er ist.

Die meisten Persönlichkeiten waren genötigt, Empörer zu sein. Ihre halbe Kraft hat die Reibung mit der Aussenwelt verbraucht.

Wenn Jesus von den Armen spricht, meint er einfach Persönlichkeiten, gerade wie er, wenn er von den Reichen spricht, einfach Leute meint, die ihre Persönlichkeit nicht ausgebildet haben.

Es gibt nur eine Klasse in der Gemeinschaft, die mehr [33] ans Geld denkt, als die Reichen, und das sind die Armen.

Der Staat hat das Nützliche zu tun. Das Individuum hat das Schöne zu tun.

Jetzt verdrängt die Maschine den Menschen. Unter richtigen Zuständen wird sie ihm dienen

 

 

 

 

https://de.wikisource.org/wiki/Der_Sozialismus_und_die_Seele_des_Menschen

Das menschliche Individuum und seine biologisch-soziologische Entwicklung

 

[Horst Grützke]

Aus neoliberaler Sicht auf die politische und wirtschaftliche Entwicklung der menschlichen Gemeinschaft das Individuum allein als Akteur und Nutzniesser jeglicher politischer Entscheidung gesehen. Völlig ignoriert wird der Faktor, dass der Mensch als Individuum allein gar nicht existieren kann, also folglich auch sein Schicksal in der Regel nicht allein bestimmen kann.

Das beginnt bereits bei der Zeugung des Menschen. Biologisches Leben kann nur durch  sexuelle Paarung von Mann und Frau erzeugt werden.  Der Mensch wächst nach der Geburt – in der Regel – in der Familie heran. In der Frühzeit der Menschheitsentwicklung, vor mehr als 100.000 Jahren, entwickelte sich das Individuum ausnahmslos in der  Großfamilie, in der mehrere Generationen zusammenlebten. Gemeinsam wurde nach Nahrung gejagt und gesammelt, um den Hunger des Einzelnen zu stillen. Gemeinsamkeit herrschte bei der Pflege und Erziehung des Kindes, um es  n die Lage zu bringen, sich gemeinsam mit den Anderen ebenfalls an der Gewinnung und Sammlung von Nahrung zu beteiligen.

Jedem Wesen der biologischen Gattung Tier wie auch Mensch war der Trieb der Selbsterhaltung und der Fortpflanzung gegeben. Seine Befriedigung konnte bei Tier und auch Mensch nur im Zusammenleben und Zusammenwirken mit anderen Individuen erfolgen.  Die Entwicklung zum Menschen begann bereits bei seiner Zeugung und setzte sich dann bei der Stillung des Hungers und des Durstes fort. Das ging in der Regel nur durch das Dasein der Mutterbrust. Vom ersten Tag der Menschwerdung war und ist immer noch die sprachliche Kommunikation mit einem anderen Menschen die Voraussetzung für das individuelle Verhaltens und der Entwicklung zum selbständigen Handeln in jeder Lebenssituation. Durch sie konnte das Individuum seine Bedürfnisse zum Ausdruck bringen, konnte sich und seinen Nächsten in gegebenen Fällen vor einer sich nähernden Gefährdung warnen oder aus der Not helfen. Durch die von zumindest zwei Individuen benutzte Sprache wuchs bei jedem an der Kommunikation Beteiligten das Wissen um die Lebenserhaltung im Allgemeinen und das individuelle Verhalten und die individuelle Selbstverwirklichung im Besonderen. Das im Verlaufe der Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens sich entwickelnde Wissen um das Handeln  des Einzelnden in der Gemeinschaft erleichterte das individuelle Leben und sein Vorankommen in der Gemeinschaft.

Der dem Mensch wie auch dem Tier von der Natur aus mitgegebene Trieb auf Selbsterhaltung verwirklichte sich jedoch bei jedem Einzelnen nicht gleich. Je mehr sich die Gattung Mensch kulturell, also auch sprachlich, entwickelte, um so mehr distanzierte sich der Mensch vom Tier. Er konnte sich seine Nahrung im gemeinschaftlichen Handeln leichter erhalten oder schaffen und gegebenenfalls auch vorrätig bereit halten. Gleiches gemeinschaftliches und abgestimmtes Handeln  beschleunigte und erleichterte auch die Schaffung von Unterkünften zum Schutz vor den Naturgewalten. Das n der menschlichen Zusammenleben erworbene und ständig wachsende Wissen „um die Dinge“ drückte zwar das tierische Wahrnehmen der Naturtriebe auf Selbsterhaltung und Fortpflanzung zurück, liess allerdings bei fast jeden Individuum ein Stück „Freiheit“, um sich auf seine Weise, etwas mehr Nahrung oder einen bessere Pelz zur Bekleidung zu „erwerben“.  Habgier, Raffgier, Habsucht oder Raffsucht ist das übersteigerte Streben nach materiellem Besitz, unabhängig von dessen Nutzen, und eng verwandt mit dem Geiz, der übertriebenen Sparsamkeit und dem Unwillen zu teilen. Habgier ist dem Egoismus, der Eifersucht und dem Neid verwandt.

Die Triebe der Selbsterhaltung und der Fortpflanzung waren jedem biologischen individuellen Wesen von der Natur gegeben. Das betrifft insbesondere Tier wie auch Mensch. Die  Wahrnehmung der Triebe konnte nur  im Zusammeneben mit anderen Individuen erfolgen, jedoch von jedem einzelnen Menschen auf seine Weise, individuell wahrgenommen. Da war die körperliche und geistige Konstitution und Veranlagung, die von den Erzeugern dem Neugeborenen mitgegeben wurde, mehr oder weniger für den einzelnen Jungen oder das einzelne Mädchen bestimmend, wie er/sie sich dann entwickelten. Das wesentlichste Hilfsmittel des individuellen Verhaltens und der Entwicklung zum selbständigen Handeln in jeder Lebenssituation war seit Beginn der Menschwerdung –  und ist heute immer noch –  die sprachliche Kommunikation. Durch sie konnte das Individuum seine Bedürfnisse zum Ausdruck bringen, konnte sich und seinen Nächsten in gegebenen Fällen vor einer sich nähernden Gefährdung warnen oder aus der Not helfen. Durch die von zumindest zwei Individuen benutzte Sprache wuchs bei jedem an der Kommunikation Beteiligten das Wissen um die Lebenserhaltung im Allgemeinen und das individuelle Verhalten und die individuelle Selbstverwirklichung im Besonderen. Das im Verlaufe der Entwicklung des gemeinschaftlichen Lebens sich entwickelnde Wissen um das Handeln  des Einzelnden in der Gemeinschaft erleichterte das individuelle Leben und sein Vorankommen in der Gemeinschaft.

Sind seelische Grundbedürfnisse auch Naturtriebe?

Seelische Grundbedürfnisse

Es ist eine Tatsache, dass es Grundbedürfnisse gibt, ohne die das Leben nur schwer oder gar nicht mehr möglich ist. Dazu zählen zum Beispiel Essen, Trinken oder Schlafen. Wird diesen Bedürfnissen nicht nachgegangen, kommt es zu Unwohlsein und Mangelerscheinungen. Ähnlich ist es um die Psyche bestellt, welche auch ganz bestimmte Grundbedürfnisse aufweist. Aus der Psychotherapie weiß man, dass ein Nichterfüllen dieser Grundbedürfnisse zu einem Ungleichgewicht und schließlich auch zu seelischen Störungen führen kann. Es ist von besonderer Wichtigkeit, diese seelischen Grundbedürfnisse zu kennen und zu erfüllen. Die Erfüllung der seelischen Grundbedürfnisse stellt die Basis eines seelisch gesunden Lebens dar. Deshalb sollten im Sinne der psychischen Gesundheit mögliche Defizite aufgedeckt und an der Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichtesge arbeitet werden. Doch wie lauten nun diese Grundbedürfnisse der Seele?

Bedürfnis nach Bindung & Beziehung

Ein grundlegendes Bedürfnis des Menschen ist es, intensive und liebevolle Bindungen mit anderen Menschen einzugehen. Damit muss nicht immer eine Beziehung gemeint sein, denn auch die Bindung an Freunde und das soziale Umfeld sind für das seelische Wohlbefinden unumgänglich. Der Grund dafür ist die biologische Verankerung dieses seelischen Grundbedürfnisses.

Die Grundlagen für die Entwicklung des persönlichen Bindungsstils werden im Säuglings- und Kindesalter gelegt. Hierbei spielt die Beziehung zu den Eltern eine wichtige Rolle. In dieser Zeit erlebte Defizite können das gesamte Leben prägen und beispielsweise zum Gefühl der Verlassenheit führen. Infolgedessen wird das Bedürfnis nach Bindung oft vollkommen verdrängt und verleugnet. Doch auch im Erwachsenenalter ist es noch möglich derartige Defizite auszugleichen und somit erfüllte Beziehungen zu erleben.

Bedürfnis nach Autonomie

Dieses Bedürfnis beginnt sich im frühen Kindesalter zu entwickeln. Infolge der Charakter- und Persönlichkeitsentwicklung ist es wichtig, seine Grenzen abzustecken, sich so selbst zu erfahren und ein Ich zu entwickeln. Dem Bedürfnis nach Selbstbestimmtheit muss nachgegangen werden, da sich sonst oft eine elementare Verlustangst entwickeln kann. Dies geschieht dann, wenn die Umwelt auf das Autonomiebedürfnis nicht optimal oder gar nicht reagiert. Folgt auf die Forderung nach Autonomie die Ablehnung oder sogar der Verlust von Bindung, kann dies zur Aufgabe des Wunsches nach Eigenbestimmtheit führen. Solche Menschen stellen sich ausschließlich in den Dienst der Anderen und verlieren den Bezug zu ihrem eigenen seelischen Bedürfnis nach Autonomie.

Das Bedürfnis nach Autonomie steht dem nach Beziehung & Bindung direkt gegenüber. Ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Polen ist für die seelische Gesundheit essentiell.

Bedürfnis nach Anerkennung & Selbstwert

Es ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, anerkannt und geliebt zu werden. Viele Menschen haben jedoch mit einem geringen Selbstwert und mangelndem Selbstbewusstsein zu kämpfen. Dieser Mangel an Selbstvertrauen hat einen starken negativen Einfluss auf das Wohlbefinden. Dieses geringe Selbstwertgefühl entsteht meist in der Kindheit, wenn es an Liebe und Lob mangelt. Stattdessen erfahren diese Menschen oft Kritik und Missachtung bis sich ein elementares Gefühl des Nichtgewolltseins breit macht.

Dieses Muster und das Gefühl nichts wert zu sein bleiben oft bis ins Erwachsenenalter aufrecht. Diese Menschen suchen um jeden Preis die Anerkennung und Wertschätzung im Außen. Es ist deren Aufgabe, zu lernen, sich selbst die Wertschätzung wieder zu schenken – Selbstliebe ist hierzu sehr wichtig. Dann können auch wieder Beziehungen ohne Selbstaufgabe stattfinden, Anerkennung angenommen und Selbstwert gefühlt werden.

Bedürfnis nach Identität

Für die menschliche Psyche ist es ein essentielles Bedürfnis, eine individuelle, unverwechselbare Identität zu entwickeln. Darunter versteht man, dass es wichtig ist, sich entfalten und dem Prozess der Persönlichkeitsentwicklung ungehindert nachgehen zu können. Jeder Mensch hat seine eigene Persönlichkeit, möchte diese entdecken und schließlich sein Ich entwickeln.

Bei der Entwicklung der Persönlichkeit und beim Bedürfnis nach Identität ist es das Ziel, eine mit ihren Persönlichkeitsmerkmalen stabile Identität zu entwickeln. Statt Bedürfnis nach Identität könnte man auch vom Wunsch nach Selbstverwirklichung sprechen.

Bedürfnis nach körperlichem Wohlbehagen

Es mag vielleicht in diesem Zusammenhang etwas ungewöhnlich klingen, wenn man das körperliche Wohlbehagen zu den seelischen Grundbedürfnissen zählt. Doch wird dies klarer wenn man sich die seelische Belastung von Schmerz oder Erkrankung vor Augen führt. Nicht umsonst lautet eine bekannte lateinische Redewendung „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“.

Dieses Bedürfnis ist außerdem ein weiterer Grund für eine ganzheitliche Betrachtungsweise von Körper und Geist.

Bedürfnis nach Sinn & Spiritualität

Seit dem es Menschen gibt wird die Frage nach dem Sinn des Lebens gestellt und diskutiert. Es ist somit eindeutig, dass es sich um ein seelisches Grundbedürfnis handeln muss, wenn Menschen ihrer Spiritualität und der Sinnsuche nachgehen. Jedoch haben viele Probleme mit dem Begriff Spiritualität, da sie das zu sehr an eine Kirche oder ein bestimmtes Gottesbild erinnert. Doch ist hier keine bestimmte Glaubensrichtung gemeint. Denn auch das Gefühl, eins mit dem Universum oder mit der Natur zu sein ist nicht unbedingt an ein bestimmtes Glaubenssystem gebunden und doch ein spirituelles, heilsames Erlebnis.

Der eigenen Spiritualität nachzugehen kann helfen, mit psychischen Belastungen im Allgemeinen besser umgehen zu können. Der Glaube kann oftmals auch negativen Erlebnissen Sinn geben. Dadurch haben spirituelle Personen weniger oft Probleme mit der Bewältigung von Krisen und generell eine erhöhte Lebensqualität.

Für die psychische Gesundheit ist es wichtig, den seelischen Grundbedürfnissen gerecht zu werden. Auf der Basis einer gesunden Seele lässt sich ein erfülltes und harmonisches Leben führen. Oftmals erfährt man aber bereits in der frühen Kindheit ein Defizit in der Erfüllung der seelischen Bedürfnisse. Die daraus resultierenden, oft destruktiven Verhaltensmuster werden meist bis ins Erwachsenenalter aufrechterhalten. Ein bewusstes und achtsames Leben kann aber dazu beitragen, etwaige Mängel aufzudecken und das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen. Somit ist das Kennenlernen der eigenen seelischen Bedürfnisse dem persönlichen Selbsterfahrungsprozess zuträglich und als äußerst positiv zu werten.

Ein Achten auf die gute Versorgung der seelischen Grundbedürfnisse ist somit die einfachste und effektivste Art seelischen Problemen vorzubeugen.

Als Quelle für diesen Beitrag diente der gleichnamige Text von Ulrike Ludwig.