Frieden

Ramsteiner Appell / Friedensbewegung

 

Ramsteiner Appell

Wir Bür­ge­rin­nen und Bür­ger for­dern al­le Ab­ge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges auf, die Nut­zung von Mi­li­tär­ba­sen auf un­se­rem Ter­ri­to­ri­um und die Ein­be­zie­hung des Luft­raums über der Bun­des­re­pu­blik zur Vor­be­rei­tung und Füh­rung von völ­ker­rechts- und grund­ge­setz­wid­ri­gen An­griffs­krie­gen so­fort durch einen Be­schluss un­se­rer Volks­ver­tre­tung zu ver­bie­ten, wie es der Ar­ti­kel 26 un­se­res Grund­ge­set­zes zwin­gend vor­schreibt.

Der Appell wurde von den Initiatoren nach Ramstein benannt, weil die US-Air Base Ramstein im Kreis Kaiserslautern das Nervenzentrum und die Hauptdrehscheibe für die Angriffskriege der USA und der NATO ist. Seine Forderung gilt selbstverständlich für alle Militärbasen in der Bundesrepublik. Sie können diesen Appell ebenfalls unterzeichnen! http://ramsteiner-appell.de

Für immer Kampfstern?

Für immer Kampfstern?

Oder rettet uns Schwejk, fragt René Heilig

Ich kann den Krieg nicht leiden. Krieg kann doch nicht alles sein. Das ganze Militärische, alle Bereiche von Politik und der Wirtschaft hat es erfasst …« Die verzweifelte Friedenssehnsucht, diese Klage gegen Unmenschlichkeit formulierte ein junger Mann, der als Herrscher Preußens drei Schlesische Kriege führen ließ und so das Land zur gefürchteten Großmacht in Europa erhöhte. Friedrich II. war gelehrt, ein Feingeist. Er liebte Hunde, denn sie »haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen«. Auch Hitler liebte seine Schäferhündin Blondi.

Gibt es eigentlich Hunde in dem »Star Wars«-Epos, das gerade Millionen Menschen in die Kinos zieht, weil wieder eine Macht neu erwacht? Seit fast vier Jahrzehnten wird uns von der Leinwand herab erzählt, wie die Zukunft ausschaut. Mächtige Raumschiffe, amerikanischen Flugzeugträgern gleich, durchqueren Räume und Zeiten, von denen wir noch gar keine Vorstellungen haben. Wendige Jäger greifen nach der Rudeltaktik von Wölfe an, gerade so, als hätte Großadmiral Dönitz seine U-Boote in eine neue Dimension befohlen. Robotern gleich marschieren Hundertschaften auf, die an römische Legionen erinnern. Und überall Waffen, Waffen, Waffen … Einige sehen unseren heutigen so ähneln, dass die Polizeigewerkschaft GdP angesichts der Terrorgefahren Kinofans bat, nicht mit artgleichen Attrappen auf die Straße zu gehen.

»Star Wars« – ist das Zukunft? Wenn ja, dann ist es zweifelhaft, dass die Menschheit lange genug existiert, um jene technische Entwicklungsstufe zu erreichen, in der sie auch außerhalb des Kinos in der Lage ist, ferne Galaxien anzufliegen.

Doch seien wir bescheiden: Frieden auf Erden, oder wenigstens die Abwesenheit gewaltgetriebener Konflikte, ist angesichts des gegenwärtigen Mordens genug erstrebenswerte Utopie! Milliardenfach wird sie geträumt. Auf allen Kontinenten. Über Generationen hinweg – um sich real-brutal in Gewalt zu entladen.

Kriege sind zunehmend nicht mehr Auseinandersetzungen zwischen Militärs, haben keine klar definierten und erkennbaren Fronten. Das Völkerschlachten wird perfektioniert. Bei der ersten Generation sogenannter moderner Kriege faszinierte die napoleonische Linienformation. Im Ersten Weltkrieg setzte man auf die massive Feuerkraft der Artillerie und die effektive Heimtücke von Giftgas. Man lernte für den zweiten globalen Massenmord, dass Bewegung und Geschwindigkeit sowie das Zusammenwirken verschiedener Waffengattungen entscheidend sind. In zwei Fällen probierte man die Wirkung nuklearer Bomben aus und beließ es dann angesichts der Vernichtungskraft bei wechselseitiger Abschreckung. Kurz darauf zeigte sich, dass man regional auch auf Stellvertreter setzen kann.

Krieg, der aus blindwütigem Terror erwächst, ist immer weniger eine Sache zwischen Staaten und Staatengruppen. Kriege werde zur Sache nichtstaatlicher Akteure, von politisch, religiös, ethnisch und wirtschaftlich motivierbaren Alltagsmenschen. Deren Sammlungsbewegungen überlappen sich mit der Organisierten Kriminalität. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens – Lateinamerikas älteste Guerillagruppe – hat Allianzen mit Drogenkartellen gebildet. Taliban in Afghanistan knüpften enge Verbindungen zu transnationalen Al-Qaida-Terroristen. Die Separatisten in der Ostukraine sind sich der Unterstützung Russlands bewusst. In Syrien und Irak kämpfen ethnische Gruppen gegeneinander und miteinander. Als Widerpart bietet sich ein nicht minder diffuses Geflecht von Kräften und Interessen unter US-Führung. Nun kommt ein neues Bündnis gegen den Islamischen Staat (IS) hinzu, das von Saudi-Arabien geführt wird. Gerade so, als wären die Saudi-Scheichs nicht die wichtigsten Partner des IS. Die Gründe für massenhaftes Morden sind die alten ökonomischen, die alten politischen – allerdings mit neuen Inhalten und Methoden. Der Bodenschatz Öl wird immer bedeutungsloser. Was jene, die darüber verfügen und so ihren wirtschaftlichen Untergang vor Augen haben, in neuer Weise herausfordert. Künftig werden aktuelle Streitobjekte durch viel simplere, wirklich essenzielle ergänzt. Hunger und Durst stehen ganz oben. Das Thema Klimawandel bringt neue Schlachtmotive hervor. Die Überflutung oder Verwüstung riesiger Regionen motiviert auf andere Art zur Inbesitznahme fremden Territoriums. Doch Globalisierung wird auch künftig nicht mit Teilen definiert.

Die fünfte Generation von Kriegen der Moderne wird bestimmt von automatisierten Technologien. Man nutzt Drohnen und offensive Cybertaktiken, die es möglich machen, dass Angreifer über Kontinente hinweg Ziele attackieren. Drohnenpiloten müssen nicht mehr in die Fremde, das Heranrücken an den blutigen Schlachtplatz wird überflüssig. Unbemannte Systeme beschleunigen den Waffeneinsatz, Kriege werden nicht erklärt, doch immer weniger gewinnbar. Noch unterstehen Militärroboter auf der Erde, in der Luft, im Wasser wie im Weltraum weitgehend der menschlichen Kontrolle. Die nächste Generation wird vollautonom handeln, um zu töten. Die Kampfmaschinen werden lernen, selbst zu entscheiden, wer wie zu beseitigen ist. Zunehmend registriert man sogenannte hybride Kriege mit einer großen Bandbreite auch sehr ziviler Waffen. Soziale Medien können wirksamer als Bombengeschwader sein. Regeln gibt es nicht, Völker- und Menschenrechte samt UNO sind obsolet, da niemand sie durchsetzen kann. Auch im Innern von Nationen werden Menschen sich wieder mehr einander Feind. Einst hieß das Klassenkampf. Alle Menschen werden Brüder? Wie Kain und Abel?

Null Opfer bei den High-Tech-Besitzern, Zehntausende auf der anderen Seite. Die Bundeswehr bildet wie Verbündete zuvor eine eigene Cyberstreitkraft. Welch Überlegenheit! Überlegenheit? Es reichen menschliche Bomben, Messer und Kalaschnikows, um diese scheinbare Allmacht zu erschüttern. Das alles ist oder wird in Kürze Gegenwart sein. Welche Utopien fesseln da noch jene, die Krieg nach einem völlig falsch gedeuteten Philosophenspruch aus der Antike weiter für den Vater aller Dinge und unabänderliches Schicksal halten? Wer zuletzt stirbt, hat gewonnen. Sonst aber bleibt alles, wie man es im »Schwejk« nachlesen kann: »Und die Soldaten werden nackt begraben«, sagte ein anderer Soldat, »und ihre Montur zieht man wieder einem andern lebenden an, und so geht’s fort.« »Solang wir’s nicht gewinnen«, bemerkte Schwejk.

Wir? Wen meint Schwejk, Hašeks verschlagen-witziger Hundedieb? Wer wird die abschaffen, die sich Hunde zum Freund nehmen und Menschen zum Kampfvieh abrichten? Übrigens: Viel Spaß beim Krieg der Sterne. Ist doch alles nur ein Märchen. Vorerst.

neues deutschland, Berlin. 24.12.2015, S. 26

Es gibt nur Frieden, wenn jedes Volk den Frieden als sein gemeinsames Gut bekundet

Die Demokratie ist objektiv die einzige Methode um einen Frieden herzustellen und zu garantieren. Das geht jedoch nur, wenn in jedem Land das Staatsvolk tatsächlich die demokratische Methode und Form der Meinungs- und Willensäußerung wahrnimmt und sich in einem Volksentscheid / Referendum mehrheitlich für sein kollektives Recht und seine Pflicht auf das gemeinsame Gut des Volkes, den Frieden, ausspricht.

Wird in einem zweiten Land dieses demokratische Prinzip, dass alle Macht vom Volke ausgeht, wahrgenommen und auch hier das Staatsvolk seine Souveränität selbst in die Hand nimmt, dann entsteht mit dieser demokratischen Methode ein neues internationales Recht der Interdependanz der diesem Pakt der Völker für den Frieden angehörenden Völker. Dieses neue demokratisch geschaffene internationale Recht gibt jedem Volks selbst aber auch der in diesem Pakt der Völker für Frieden vereinten internationalen Völkergemeinschaft die juristische Grundlage jeden Verstoß gegen den Frieden sowohl national als auch international zu ächten und zu ahnden.

Voraussetzung für diese Entwicklung hin zu einem internationalen friedlichen Zusammenleben der Völker ist

  • einmal die Rückbesinnung der Völker auf die Gründungscharta der Vereinten Nationen von 1945, die mit der Aussage beginnt „Wir die Völker dieser Welt“ und dann auf die volle Wahrnehmung der Souveränität eines jeden Volkes, auf die Achtung der Grundwerte im Zusammenleben der Völker und der Garantierung des Friedens zwischen den Völkern verweist,
  • zum anderen auch tatsächlich die Selbstbestimmung eines jeden Volkes durch uneingeschränkte demokratische Formen und Methoden von jedem Bürger gleichberechtigt wahrgenommen werden kann und dadurch auch die volle Souveränität eines jeden Volkes manifestiert.

Lesen Sie den Entwurf des „Paktes der Völker für eine bessere Weltordnung