Gerhard Szczesny: Die Disziplinierung der Demokratie

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Die erste Stufe der Freiheit: Anspruch des Menschen auf  personelle Autonomie

Die zweite Stufe auf Freiheit:  Freisetzung des menschlichen Leistungswillens

Dritte Stufe der Freiheit: Befreiung aller Kräfte und Schichten der menschlichen Natur.  Hier vereinigt sich der wissenschaftliche mi dem gesellschaftlichen Aufklärungsprozeß, die sich nun auch auf seine Triebnatur erstreckende Befreiung des Menschen von allen Zwängen mit der wissenschaftlichen Durchleuchtung und Rehabilitation dieser Regionen. Damit kommt es zu eiber prinzipiellen Änderung des ethischen Bezugssystems. War die rationalistisch-idealistische „Aufklärungsmoral“ nach wie vor eine dem Menschen in eine gute (befehlsgebende) und eine schlchte (zu unterwerfende) Hälfte teilende Gebotsmoral, so handelt es sich bei der nun zur Geltung kommenden Ethik nicht mehr um eine Pflichtenlehre, die die soziale Funktionsfähigkeit sicherstellt – der Mensch soll nicht töten, lügen, fremdes Eigentum begehren -, sondern ihr Ziel ist es, die optimale Entfaltung der einzelnen menschlichen Person zu garantieren: jeder Mensch soll so einsichts-, urteils, empfingsdungs, genußfähig werden, wie es ihm auf Grund seuner Anlagen und un seuber Situation möglich ist.

 

Vierte Stufe der Freiheit: wird erreicht, wenn wir Selbst-Verwirklichung  nicht mehr als Selbst- Enthemmung, sondern als Selbst-Beherrschung begreifen und betreiben

Rechte und Pflichten

Historisch gesehen war es unumgänglich und sinnvoll, dass die  Fortschrittsbemühungen des mündig werdenden Menschen  sich auf die Verbesserung der politischen, sozialen und materiellen Lebensbedingungen konzentrierten

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Was ergibt nun ein Konzept von Demokratie, in dem „Würde“ nicht nur eine vage Parole

, sondern ein genau formulierter Verfassungsauftrag ist? Wie hat man sich die draus folgende Korrektur der liberal-sozialen Leistungsgesellschaft vorzustellen?

Ohne äußere Stützen und Hilfen, nur aus sich selbst heraus, ist der einzelne nicht imstande, ein Lebensmodell anzustreben, das der eigenen Natur abgerungen werden muss.Um ihn auf den Weg zu bringen, der an Stelle von Selbst-Enthemmung Selber-Beherrschung, an Stelle von immer neuen Ansprüchen an die Gesellschaft nun Ansprüche n seine eigenen Kräfte stellt, reicht der bosße Appell nicht aus. Nur gemeinsam mit anderen Menschen und nur mit Hilfe gesellschaftlicher Institutionen, die seine Bemühungen stützen und in die gewünschte Richtung lenken, kann er hoffen, den Spielraum seiner individuellen Humanisierungsmöglichkeiten voll zu nutzen.

Die „vierte Stufe der Freiheit“ ist gerade deshalb, weil ihre Aufmerksamkeit  dem einzelnen gilt, ganz besonders vom Aufbau einer Sozialordnung abhängig, die ihr Ziel nicht nur klar und verbindlich formuliert, sondern es auch  mit allen Mitteln und in allen Bereichen fördert.

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