Einführung

Eine andere Gesellschaft ist möglich… Lange wurde darüber nachgedacht, wie diese neue Gesellschaft sich von der gegenwärtigen Gesellschaft unterscheiden wird. Wie oft wurde die These von Marx wiederholt die „Alternative des Kapitalismus ist der Sozialismus“. Wie oft wurde nach dem Scheitern des realen Sozialismus vom „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ gesprochen und auf  bereits bestehende Beispiele verwiesen: Venezuela, Bolivien, Ekuador, Nikaragua.

Und wie oft wurde von einem „arabischen Frühling“ berichtet, der in Tunesien beginnend sich über viele Länder Nordafrikas ausbreitete und die freudige Hoffnung verbreitete, dass der Aufstand der sich empörenden Massen der Beginn einer wirklichen freien und sozial gerechten Gesellschaft sei. War diese Hoffnung nicht auch Anstoß und Ausgangspunkt einer sich in Spanien zeigenden immensen sozialen Protestbewegung, die den verheißungsvollen Namen „Podemos“  (Wir schaffen das) trug?

Es schien so, als ob mit diesen sich auch in Europa verbreitenden Aufständen zugleich auch die 2008 ausgebrochene den Globus umfassende Finanzkrise den Zusammenbruch des kapitalistischen Systems einläuten würde.

Wir erlebten einen globalen Konkurrenzkampf zwischen der bisherigen Führungsmacht USA und den Hauptkonkurrenten China und Russland, in den sich die EU als Partner der USA mit einmischte.

Dieser Konkurrenzkampf entwickelte sich in den 90er Jahren des 20. Jhd. – insbesondere durch die  ungeahnte schnelle Ausbreitung digitaler Kommunikationsmittel gefördert – in erster Linie auf dem Finanzmarkt und führte dann zur bisher ungelösten Finanzkrise mit ihren unsozialen Auswirkungen (Armut, Arbeitslosigkeit, Angst um die eigene Existenz usw.). Parallel dazu entbrannte auf diesem globalen Markt der Kampf um Rohstoffe, um billige Arbeitsplätze und um den schnellsten Gewinn bringenden Absatz der eigenen Produkte.

Diese neue Form der Kolonialisierung der sogenannten Entwicklungsländer, die sich in den 60et Jahren des vorigen Jahrhunderts gerade von der bisherigen Kolonialherrschaft Grossbritaniens, Frankreichs, Belgiens und der Niederlande befreit hatten, führte in vielen Fällen zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen religiösen Gruppierungen und ethnischen Völkerschaften innerhalb der betroffenen Länder, stets immer auf die Macht bedacht. Meist waren es Angehörige der einheimischen Bourgeoisie, die diesen Kampf um die Macht anführten, um dann auch selbst die Herrschaft über das eigene Volk antreten zu können. Viele verkauften sich und das von ihnen beherrschte Land an internationele Konzerne, damit diese aus dem Land ihre Gewinne ziehen können, bzw. die darin befindlichen Rohstoffe zu ihrem Nutzen verbrauchen. Spurten die neuen Herrscher der  selbständig gewordenen Völker nicht gleich nach dem Willen der neuen, den Weltmarkt Beherrschenden, dann organisierten deren Geheimdienste sogenannte „demokratische“ Aufstände, um schliesslich neue Herrscher an die Macht zu bringen, die bereit waren, ihr Land und ihr Volk an das internationale Finanzkapital zu verkaufen. Klappte es nicht auf friedliche Weise, dann musste ein brutaler und blutiger Waffeneinsatz mit unzähligen Toten der Zivilgesellschaft zu einer dem „demokratischen Westen“ hörigen neuen Herrschaft führen. Die Welt erlebte diese Art der neoliberalen Umsetzung der Wirtschaftspolitik am  tragischen Bespiel Syriens. Das syrische Volk leidet seit sechs Jahren unter einem blutigen Bürgerkrieg, der das Ergebnls  der Umsetzung geopolitischer Strategien mehrerer Staaten. Nach Beendigung des „Kalten“ Krieges erlebt die Menschheit die neue asymmetrische Form eines „heissen“ Krieges. Die Politik des US-amerikanischem Präsidenten Donald Trump und die Reaktion  des „europäischen Westens“ darauf, verstärkt die Gewissheit unter den besonnenden Politiker, dass das Ende der kapitalistischen Gesellschaftsordnung begonnen hat. Nun stellt sich der Menschheit insgesamt die Frage, was danach kommt. Ist es der Sozialismus, wie ihn Karl Marx als die Alternative des Kapitalismus sah, oder ist das Ende des Kapitalismuss nicht bereits durch die globale Herrschaft des Finanzkapitals in eine dem Kapitalismus nachfolgende Herrschaftsordnung entstanden?

Nun gilt es für die Menschheit insgesamt eine Alternative zur Herrschaft des Finanskapitalismus zu konzipieren und mit Hilfe der Mehrheit der Völker und der Menschheit insgesamt den Weg zu einer alternativen Gesellschaftsordnung auf diesem Planeten zu beschreiten.

 

 

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