Zur Strategie einer kommunistischen Alternative / Rudolf Bahro

Auszug aus Rudolf Bahro: Die Alternative – zur Kritik des real existierenden Sozialismus –  III. Teii, S. 299-

Zur Strategie einer kommunistischen Alternative

Bedingungen und Perspektiven der allgemeinen Emanzipation heute

Autor [Rudolf Bahro / DDR 1979]

Dieser letzte Teil (des Buches – H.G.) stellt zwangsläufig die schwierigste Aufgabe dar und wird den ungesichertsten und lückenhaftesten Text liefern. Programmatisches ist zwar nicht unbedingt aus Erkenntnisgründen, aber aus soziologischen eine Sache kollektiver, öffentlicher Praxis, wie sie uns in den Ländern des real existierenden Sozialismus – einstweilen noch – notorisch verwehrt ist. Nichtsdestoweniger muss es gewagt werden, und ich will mich mit Bestimtheit äußern, auch auf das Risiko des Utopismus im Einzelnen hin.

Die Marxisten haben eine Abwehrhaltung gegen Utopie. Es war so mügsam, sich davon loszumachen, seinerzeit. Aber Utopie gewinnt jetzt ebe neue Notwendigkeit. Denn jene historische Spontaneität, die Marx auf den Begriff des naturgeschichtlichen Prozesses  brachte und die  unsere Marxisten-Leninisten unter dem Namen der objektiven ökonomischen Gesetze feiern, muss heute überwunden werden. Es muß genau das geschehen, was die Begründer des Marxismus erwarteten: dass die kommunistische Bewegung „alle naturwüchsigen Voraussetzungen zum ersten Mal

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