Prolog

Die hier veröffentlichten Schlussfolgerungen, Thesen und Gedanken spiegeln mein persönliches Leben in vier verschiedenen Formen einer sich entwickelnden kapitalistischen Gesellschaft Deutschlands wider:  die Weimarer Republik mit derem Ende durch die Weltwirtschaftskrise. Der deutsche Faschismus baute da 3. Großdeutsches Reich auf. die antifaschistische auf Frieden ausgerichtete Welt nach dem 2. Weltkrieg (après-guerre-Europa), der revolutionäre Umbruch in der DDR hin zur sozialistischen Alternative zum bisherigen kapitalistischen Gesellschaftssystem (Kalter Krieg zwischen den Gesellschaftssystemen), und schließlich wieder Rückfall in  das kapitalistische System in der Form der Deutschen Bundesrepublik.  Dieses kapitalistische System ist allerdings nicht mehr das „alte“ kapitalistische System, wie es Karl Marx seiner Zeit analysierte und charakterisierte. Der bisherige nationale Kapitalismus „globalisierte“ sich, und entwickelte sich innerhalb von wenigen Jahren zur Gesellschaftsform der Diktatur des Finanzkapitals.

Jede Gesellschaftsform drückte den Bürgern ihre ihr eigene Denkweise auf. (Denkweise oder Denkinhalte???)

Persönliche Selbsterkenntnis, die  momentan von täglich immer neuen Informationen über gleiche Erkenntnisse von anderen Menschen ergänzt und damit bei mir selbst gefestigt wird, was wiederum zu einem selbstbewussten Denken und Handeln führt.

Nach Beendigung der  jeweiligen Gesellschaftsform erfolgte eine gesellschaftliche Aufarbeitung der vergangenen Gesellschaftsform. Diese „Aufarbeitung der Geschichte“  erfolgte von Fall zu Fall in sehr unterschiedlicher Form und mit unterschiedlichen Ergebnissen. Die Ergebnisse hatten meist stets  Inhalte, der der folgenden Gesellschaftsform genehm waren.

Die gesellschaftliche Aufarbeitung der vergangenen Gesellschaftsform folgte im Allgemeinen zwei, drei Grundprinzipien:

  • Es wurde in der gleichen Denkweise analysiert und prognostiziert, mit der die vergangene Gesellschaftsform entstanden ist  (Kritik durch Hegel, Marx, Albert Einstein, Oskar Negt, Derida)

In meinem Leben erlebte ich mehrere  „Aufarbeitungen“ bisheriger Gesellschaftsformen:

Die Gründung des zweiten deutschen (Kaiser) Reiches 1871 als “Deutsche Nation”, führte zu einer schnellen Vergrösserung des Territoriums des preussischen Königreiches mit all seinen menschlichen und materiellen Ressourcen und damit  zu einer  schnellen Entwicklung des Kapitalismus. Das Ende des 1. Weltkrieges beendigte zwar die feudale Gesellschaftsform und zur  führte zur Gründung  zur “Weimare Republik”, einer ersten Herrschaftsform des Volkes.  Diese  demokratisch schwach geprägte Gesellschaftsform konnte dem stark national geprägten kapitalistischen Gesellschaftssystem mit seinem nationalen Expansionsdrang  nichts entgegensetzen und wurde nach 14 Jahren Existenz – in meinem 4. Lebensjahr – von der vom deutschen Kapitalismus geförderten Diktatur  des Faschismus abgelöst.  Das kapitalistische System blieb. Nur die Form seiner Herrschaft änderte sich. Durch die Benennung der „Feinde des deutschen Volkes“   im Inneren wie auch im Äußeren und durch den gleichzeitigen Aufschwung der Wirtschaft entstand ein von breiten Schichten des Volkes mitgetragener chauvinistischer Großmacht-Nationalismus, der zum 2. Weltkrieg führte.  Die Jugend von mehreren Jahrgängen erhielt in den 12 Jahren der Herrschaft der Nationalsozialisten nur so viel Bildung, wie sie für die Masse des Volkes notwendig war, um den Zielen des Faschismus und der kapitalistischen Expansion zu dienen.  Gehorsamkeit, Rassenreinheit und „Heldentod für’s Vaterland“ waren die Eckpfeiler der faschistischen Erziehung und Bildung.

Tatsächlich erlebten wir in Ost und West die Befreiung von der faschistischen Gewaltherrschaft.  Die Menschen konnten aufatmen und sich wirklich frei fühlen, in doppeltem Sinne: Frei von der täglichen Todes-Bedrohung durch allierte Bomber, die wahllos ihre Bomben auf Städte abwarfen und frei von der 12jährigen Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten, die skrupellos Andersdenkende und Nichtarier in die Todeslager sperrten und dort systematisch ermordeten und die Nichtmitmacher bei der großen Schlacht um den Endsieg an den nächsten Laternenpfahl erhängten.

Bei den meisten der Deutschen, die noch 1939 begeistert den Kriegsparolen Hitlers folgten, begann eine Zeit des Umdenkens und der Suche nach neuen, anderen Wegen in ein Leben in Freiheit, in Frieden und sozialer Gerechtigkeit. In Ost und West schrieben die wieder aufgelebten politischen Parteien (CDU, SPD, KPD) den Begriff „Sozialismus“ auf ihre Fahnen und ins Parteiprogramm.  Alle schworen auf die Freiheit und auf den Frieden, die Christen dann mit dem Zusatz „So wahr mir Gott helfe!“ Im bald erarbeiteten Grundgesetz der Westdeutschen Bundesrepublik stand genauso wie in der Verfassung der danach gegründeten DDR der Schwur: „Von deutschem Boden darf nie wieder ein Krieg ausgehen“.

Die, die bis zum 8. Mai 1945 in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern diesen 2. Weltkrieg und den Faschismus als kapitalistische Gesellschaftsform überlebten,  schufen Europa weit neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, die unterschiedlich stark demokratisch und antifaschistisch  geprägt waren. Diese von breiten Schichten des deutschen Volkes mitgetragenen neuen Werte währten dann allerdings nur kurze Zeit.  Die westlichen Siegermächte taten alles in ihren Ländern und besonders in den von ihnen besetzten Zonen Deutschlands,  um die kapitalistische Wirtschaft wieder erstarken zu lassen.  Diese Erholung des Kapitalismus als System erfolgte im westlichen Teil Europas dann ab 1952 durch die Beseitigung der nationalen Grenzen und der Zusammenarbeit der bisherigen nationalen Wirtschaften.  Dieser staatliche Schritt hin zur übernationalen Wirtschaftsentwicklung erfolgte durch die moralische Berufung auf die Friedenssehnsucht der europäischen Völker und auf die schnelle Wiederherstellung einer materiell gesicherten Lebensgrundlage von den Staats- und Regierungschef Deutschlands und Frankreich – Adenauer und Schuman. Mit dem von ihnen 1952 unterschriebenen Pakt der Kohle- und Stahl-Union  herrschte tatsächlich der ethische Grundsatz vor, dass die somit vereinigte Stahlindustrien  beider Länder nicht mehr Kanonen bauen konnte, die dann wieder gegen den Anderen eingesetzt wurden.

Mit der Beseitigung der nationalen Grenzen zugunsten einer europäischen kapitalistischen Wirtschaftsunion begann auch der Abstieg des politischen Nationalismus, der in der Vergangenheit immer durch Kriege und Kolonialisierung der Expansion der nationalen Wirtschaft diente. Wie gesagt, es begann der Abstieg des Nationalismus.  Er wurde bis heute noch nicht ganz beseitigt.

»So was hätt einmal fast die Welt regiert!
Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
Dass keiner uns zu früh da triumphiert –
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!«

Diese Warnung Bertold Brechts vor dem Faschismus (1941 geschrieben), der aus dem Schoße des Kapitalismus gekrochen war,  gilt auch nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Der Faschismus lebte noch in der Adenauer-Zeit weiter und kommt auch nach dem Ende des Kalten Krieges wieder ganz legal meist unter dem Deckmantel eines neuen Nationalismus ans Tageslicht.

Im Osten Deutschlands ging die sowjetische Besatzungsmacht rigoros gegen die dort allerdings wesentlich geringeren Ansätze einer stark ausgeprägten kapitalistischen Wirtschaft vor, um in Form von Reparationen die in ihrem Land die durch die Deutschen verursachten   Kriegsschäden  auszugleichen. Mit dem von der Sowjetunion unterstützen zweiten deutschen Staat, der DDR, stellten die politischen Kräfte die Weichen in Richtung einer antifaschistischen, antikapitalistischen, später dann sozialistischen Republik. Der DDR wurde das sowjetische „Modell“ des Sozialismus aufgezwungen. Der von der Sowjetunion beschrittenen Weg zum Kommunismus entartete unter Stalin schnell zu einer wahren Diktatur, die alle anders als Stalin Denkenden  beseitigte oder ins Lager steckte.

Die Charta der Vereinten Nationen und die Universelle Menschenrechtsdeklaration (1948) legten zwar neue ethisch-moralische Prinzipien einer neuen Gesellschaftsform fest mit demokratischen Formen und Methoden der Realisierung der Souveränität eines jeden Volkes  und des Zusammenlebens aller Völker auf diesem Planeten. Beide für das Zusammenleben aller Völker in Frieden, Demokratie und Gleichheit  so bedeutsamen internationalen Dokumente widmeten sich ausschließlich der Garantie der individuellen Rechte und ließen die kollektiven Rechte auf Ausübung der vollen Souveränität eines jeden Volkes außer Acht. Diktiert wurden beide Erklärungen durch die Siegermächte des 2. Weltkrieges, mit denen zwar der Krieg als Mittel der Machtausübung geächtet wurde, das den Krieg als Lebensnotwendigkeit benötigende Gesellschaftssystem – der Kapitalimus – aber weiter existieren konnte.


Gierig stürzte sich die Nachkriegsgeneration und auch jene Menschen, die den Krieg überlebt hatten, auf alles Gedruckte und Veröffentlichte,  das nicht mit humanistischen Ideen dem Weiterleben auf dieser Welt diente. Man suchte und fand sehr viel Gedanken über Frieden und gerechteres Zusammenleben. Gedankengut, das den individuellen Bedürfnissen und ihrer Befriedigung nützlich war und insbesondere der Freiheit  das Loblied sang.

Es ging bei diesem Lernen mehr um das Kennenlernen neuer Gesellschaftsformen. Nur wenig wurde nach Wegen zur Überwindung  des Gesellschaftssystems gesucht.  Nur wenige waren nach dem Ende des faschistischen Terrors übrig geblieben, die von den  Methoden zur Überwindung des Kapitalismus und der Schaffung einen neuen, menschlicheren Gesellschaftssystems wußten.

Der 1948 ausgebrochene Kalte Krieg trennten nicht nur Individuen, sondern auch ganze Völker, von denen die einen der westlichen Welt, sprich der kapitalistischen Zivilisation unter Führung des durch den 2. Weltkrieg stark gewordenen US-amerikanischen Imperialismus angehörten, die anderen wiederum  dem sogenannten kommunistischen Block unter Führung der östlichen Siegermacht Sowjetunion angehörten. Durch die Ausdehnung der „kommunistischen“ Ideologie und der staatskapitalistischen  Wirtschaft  mit ihren sozialen Vorteilen für das arbeitende Volk, wurde der Ostblock zu einem  echten Konkurrenten des westlichen Kapitalismus.  Die Konkurrenz wurde um so gefährlicher, als eben just die bisher wenig gebildeten Menschen in den Ländern  des Ostblocks in ihrer Bildung  von der Kindheit an stark gefördert wurden und auch viele soziale Gerechtigkeiten nutzen konnten. Wie auch in der westlichen Welt führt auch im Ostblock  stark ideologisierte Politik zur Einschränkung individueller Menschenrechte.

Das Ende des Kalten Krieges führte  zwar zum Abriss der Mauer, die Ost und West trennte, führte anschließend zu dem Paradoxum der grenzenlosen Ausdehnung – Globalisierung – des Kapitalismus und der gleichzeitigen Errichtung einer größeren Mauer zwischen Nord und Süd, spricht zwischen den reichen und den armen Ländern.

Viele Menschen in Ost und West mussten unter den neuen Bedingungen nach Zusammenbruch des Ostblocks nun wieder erneut lernen, um den Gegebenheiten des globalisiert wirkenden Kapitalismus gerecht zu werden – und um in dieser neuen globalisierten Welt  auch weiterleben zu können.

Der US-amerikanischer Politikwissenschaftler Francis Fukuyama  meinte, mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der von ihr abhängigen sozialistischen Staates an das Ende der Geschichte gelangt zu sein. Nun würden überall die Prinzipien des Liberalismus in Form von Demokratie und Marktwirtschaft endgültig und überall herrschen; Kriege zur Ausdehnung der Herrschaft des Kapitals wären nun überflüssig. Herr Fukuyama ignorierte seinerzeit die Eroberung des Erdballs durch das Finanzkapitals. In seiner Sucht nach immer größerer Rendite wurden ganze Völker ihres Territoriums beraubt und auch ihrer Bodenschätze und sonstiger internationaler Rechte auf Selbständigkeit und Gerechtigkeit.

Die Gewährleistung der individuellen Menschenrechte ist ohne Zweifel eine Grundvoraussetzung für die Entfaltung der Würde eines jeden Menschen und ihr Schutz durch die Gesellschaft. Viele Ungerechtigkeiten der Vergangenheit, die bis ins finstere Mittelalter zurückreicht, werden durch die strikte Einhaltung  der Menschenrechte  verhindert bzw. geahndet.

Es sind aber eben nur individuelle Rechte, auf den einzelnen Menschen bezogen. Diese Rechte können durch den Einzelnen dann immer eingeklagt werden,  wenn sein Recht bedroht wird.

Wir leben heute in einer Zeit des globalisierten Kapitalismus. Mit seiner Globalisierung  ist  der Kapitalismus praktisch an seine Grenzen gestoßen. Viele namhafte Wirtschaftswissenschaftler, aber auch Naturwissenschaftler  und Soziologen sprechen offen vom Ende des Kapitalismus, weil dieser nun die gesamte Natur und  den Planeten aus wirtschaftlichen Gründen ausbeutet und zerstört. Damit wird auch das Weiterleben der Menschheit in Frage gestellt.

Viele von ihnen belassen es nicht nur bei einer Kritik über das Wirken des globalisierten Kapitalismus. Sie bieten auch Auswege aus diesem Menschheitsdilemma an:

  • Die einen wollen durch bestimmte Wirtschaftstheorien und –maßnahmen den zügellosen Run auf immer mehr Rendite begrenzen, ohne dabei jedoch den Kapitalismus als solchen in Frage zu stellen. Manche von ihnen meinen, dass der Kapitalismus durch demokratische Teilhabe an Politik und Wirtschaft „gesünder“ und menschlicher wird.
  • Andere Wissenschaftler und Politologen sehen ganz in Marx’schem Sinne das Ende des Kapitalismus als für die Menschheitsentwicklung notwendige  Produktionsweise  zur Schaffung genügender Güter gekommen und nennen als einzige Alternative den Sozialismus als nächstes Gesellschaftssystem.

All das ist jetzt nachzulesen, der Büchermarkt ist der Beleg für eine hausse an Gedanken, Theorien und praktischer Erfahrungen.

Ein solches Recht gibt es aber bis heute noch nicht für jedes Volk.

 

Für das Thema „Eine alternative Gesellschaft ist möglich…“  stellen wir Ihnen unsere Gedanken und Thesen, und auch zahlreicher Autoren aus Deutschland, Europa, Asien, Lateinamarika und Afrika vor.  Diese Thesen beschreiben den Inhalt und den Weg zu einer alternativen Gesellschaft im Bezug auf die gegenwärtigen globalen Herrschaft des  Finanzkapitals. Bereits Marx hatte zu seiner Zeit dazu eine  klare Haltung:  „Die Alternative des Kapitalismus ist der Sozialismus„.  Marx lebte und untersichte zu seiner Zeit die kapitalistische Gesellschaft, in der er lebte.  Heute – gut 150 Jahre später –  versuchen eine Antwort auf die Herausforderungen einer Gesellschaftsordnung, die durch die Herrschft des Finanzkapitals geprägt ist.

Wir wollen durch die Veröffentlichung unserer Thesen und Theorien über eine alternative Gesellschaft Anlass zu einer breiten, öffentlichen Debatte über ihre politische Umsetzung schaffen. Dieses Internetportal bietet die Möglichkeit, bisher nicht vorhandenes Wissen zu „entdecken“, zu hinterfragen und zu ergänzen durch eigene Erfahrungen und schließlich auch umzusetzen.

Unser Slogan lautet: Eine andere Gesellschaft ist möglich… wenn schließlich das Volks sich nicht beherrschen läßt von einer Minderheit, sondern sich selbst regiert. Politik, politische Macht, besagt im Sinne Politik machen. Das ist bereits die erste Erkenntnis, dass politische Herrschaft durchneine Minderheit fast immer Diktatur ist, Politische Macht allerdings ist dann wirkliche Demokratie, wenn das Volk sich selbst regiert.

Wir haben die feste Überzeugung, dass in einer „anderen“ Gesellschaft die  Menschen glücklicher leben können, wenn sie sich frei und gleichberechtigt selbstverwirklichen können. Den Weg dahin können die Bewohner eines Landes jedoch nur selbst aus freien Stücken gehen, wenn sich das Volk dann auch selbst regiert – ohne Vertreter von Parteien, die mit den tollsten Versprechungen – jede Partei hat ihr eigenes Programm – dann zum Schluss nur noch nach der Pfeife des Finanzkapitalismus tanzen, und bisher keine Politik umgesetzt haben, wo der „normale“ Mensch nicht mehr nur eine Ware auf dem Markt ist.

Das derzeitige Leben in einer globalisierten Welt bringt täglich neue Beweise, dass unter der Herrschaft des Finanzkapitals kein einziger Mensch frei leben und sich selbst verwirklichen kann, um schließlich glücklich leben zu können.

Auf der Seite “ Debatte über Teilprojekte einer alternativen Gesellschaft finden Sie die Einzelheiten bereits vorliegender Thesen über Inhalt und Weg zu einer anderen Gesellschaft.